
Referenzprojekt
Kernsanierung in Mühlacker-Dürrmenz
Zwei Jahre, dreizehn Etappen: Vom Bestandshaus mit altem Dachstuhl zum energetisch sanierten Zuhause – Erdarbeiten und Sockelabdichtung, neues Dach mit Photovoltaik, Stahlträger statt tragender Wände, Wärmedämmverbundsystem, Fußbodenheizung, Q4-Oberflächen und großformatige Fliesen.
Als wir dieses Haus im Juli 2024 zum ersten Mal fotografiert haben, war es vollständig bewohnbar – und vollständig aus der Zeit gefallen. Parkett, Raufaser, eine Küche aus einem anderen Jahrzehnt, ein ungedämmter Dachstuhl. Nichts davon war kaputt. Alles davon war am Ende seiner Nutzungsdauer.
Aus diesem Bestand ist in dreizehn Etappen ein anderes Haus geworden. Die Substanz blieb, fast alles andere wurde ersetzt: Der Sockel wurde freigelegt und abgedichtet, das Dach komplett neu aufgebaut und mit einer Photovoltaikanlage belegt, die tragenden Innenwände im Erdgeschoss wichen Stahlträgern, die Fassade erhielt ein Wärmedämmverbundsystem mit 180 mm Dämmstärke.
Innen: Fußbodenheizung in allen Räumen, neue Fenster – im Erdgeschoss bodentief –, Klimaanlage, in Q4 gespachtelte Wände und Decken, LED-Lichtlinien, großformatiges Feinsteinzeug bis 280 × 120 cm und zwei komplett neue Bäder.
Dieses Projekt ist auf dieser Seite lückenloser dokumentiert als jedes andere: vom ersten Baggerschnitt bis zur Luftaufnahme zwei Jahre später.
Bautagebuch
13 Etappen, dokumentiert.
Alle Bilder stammen von dieser Baustelle. Zum Vergrößern anklicken.
Etappe 01
Der Bestand
Ein gepflegtes Haus aus einer anderen Bauzeit: Parkett im Dachgeschoss, ein langer dunkler Flur, eine Küche mit Einbauzeile und Fliesenspiegel. Was auf diesen Bildern gut aussieht, entscheidet die Sanierung nicht – entscheidend ist, was man nicht sieht: keine nennenswerte Dämmung, alte Leitungen, ein Grundriss aus vielen kleinen Räumen.
Etappe 02
Erdarbeiten und Sockelabdichtung
Bevor am Haus selbst gearbeitet wurde, ging es an den Boden. Die Kellerwände wurden rundum freigelegt, gereinigt und abgedichtet – Arbeiten, die man später nie wieder sieht und nachträglich nur mit erheblichem Aufwand herstellen kann. Wer die Fassade dämmt, aber den Sockel feucht lässt, verlagert das Problem lediglich nach innen.
Etappe 03
Das Dach kommt herunter
Der alte Dachstuhl war ungedämmt, die Decke darunter mit loser Schüttung gefüllt. Das Dach wurde abgedeckt, die Konstruktion freigelegt und mit neuer Dämmung, Unterspannbahn und Konterlattung wieder aufgebaut. Danach kam die neue Eindeckung.
Etappe 04
Entkernung
Parallel wurde das Haus innen leergeräumt: Böden, Decken, Bäder, Leitungen. In den entkernten Räumen wurden Wand- und Deckenanschlüsse aufgestemmt und die Öffnung für die neue bodentiefe Fensterfront aus dem Mauerwerk gebrochen. Erst wenn alles offen liegt, lässt sich der tatsächliche Zustand beurteilen – nicht vorher.
Etappe 05
Statik: Stahlträger statt Wände
Der offene Wohn-, Ess- und Küchenbereich entsteht nicht durch Einrichtung, sondern durch Statik. Die Decke wurde auf Baustützen abgefangen, die tragenden Innenwände abgebrochen und die Lasten auf Stahlträger umgelegt. Anschließend kamen die neuen, nicht tragenden Innenwände aus Porenbeton – dort, wo der neue Grundriss sie vorsieht, nicht dort, wo der alte sie hatte.
Etappe 06
Neue Dachfläche und Photovoltaik
Die fertige Dachfläche mit dunkler Eindeckung, darauf die Montageschienen für die Photovoltaikanlage. Von innen wurde die Schräge zwischen den Sparren gedämmt – ein Aufbau, der nur funktioniert, wenn Dämmung, Dampfbremse und Hinterlüftung als ein System geplant sind.
Etappe 07
Neue Fenster, neuer Rohbau
Sämtliche Fenster wurden erneuert, im Erdgeschoss bodentief. Über der neuen Fensterfront trägt ein Stahlträger die Last der darüberliegenden Geschosse. Im Dachgeschoss wurde die Untersparrendämmung mit Dampfbremse geschlossen, bevor die Beplankung kam.
Etappe 08
Trockenbau, Fußbodenheizung und Estrich
Abgehängte Decken nehmen Leitungen, Lüftung und später die Lichtvouten auf. Auf die Dämmlage kam die Fußbodenheizung in allen Räumen, darauf der Estrich – und danach die Trocknungszeit bis zur Belegereife. Diese Wochen lassen sich nicht abkürzen; wer hier zu früh Fliesen legt, sieht das später am Boden.
Etappe 09
Fassade: Wärmedämmverbundsystem
Außen wurde ein Wärmedämmverbundsystem mit 180 mm Dämmstärke aufgebracht, verdübelt, armiert und mit Grundputz überzogen. Zusammen mit dem neuen Dach, der Sockelabdichtung und den neuen Fenstern ist die thermische Hülle damit geschlossen.
Etappe 10
Q4-Oberflächen und Lichtvouten
Die Wände und Decken wurden vollflächig fein gespachtelt. Das ist hier kein Luxus, sondern Folge der Beleuchtung: LED-Lichtlinien laufen in Vouten direkt an der Decke entlang und streifen flach über die Fläche. Jede Welle, jeder Übergang würde sich abzeichnen.
Etappe 11
Die Bäder
In den Bädern entstanden Vorwandinstallationen und Nischen aus imprägnierten Gipsplatten. Vor der ersten Fliese kam die Verbundabdichtung an Wand und Boden, dazu Dichtbänder in allen Ecken und an jeder Durchdringung. Auf dem Boden entkoppelt eine Matte den Belag vom Untergrund – notwendig, weil darunter die Fußbodenheizung arbeitet. Das Hauptbad haben wir zusätzlich auf einer eigenen Seite dokumentiert.
Etappe 12
Fliesen, Treppe und Finish
Über die gesamte Wohnfläche wurde eine Entkopplungsmatte verlegt, darauf großformatiges Feinsteinzeug. Die Bestandstreppe blieb erhalten und erhielt neue Stufen. Am Ende stehen die Flächen, für die die ganze Vorarbeit gemacht wurde: TV-Wand in Natursteinoptik, durchlaufende Lichtlinien, zwei fertige Bäder.
Etappe 13
Außen: Fassade fertig, Terrasse im Bau
Nach dem Abbau des Gerüsts zeigt sich die fertige Fassade mit den neuen Fenstern und dem neuen Dach. Auf der Gartenseite entsteht zuletzt die Terrasse: Schalung, Abstützung, Betondecke, Abdichtung. Die Luftaufnahme vom August 2026 zeigt das Haus mit fertiger Hülle – und die Außenanlage noch in Arbeit.
Was das Projekt zeigt
Warum die Reihenfolge zählt.
An diesem Projekt lässt sich der Kern unserer Arbeit ablesen: Zwischen der ersten Aufnahme und der Luftaufnahme liegen zwei Jahre, dreizehn Etappen und über ein Dutzend Gewerke, die in einer festen Abfolge arbeiten müssen.
Der Sockel musste abgedichtet sein, bevor die Fassade gedämmt wurde. Die Stahlträger mussten stehen, bevor die Decken abgehängt wurden. Die Fußbodenheizung lag vor dem Estrich, der Estrich musste belegereif sein, bevor Fliesen kamen. Die Verbundabdichtung im Bad musste vollständig sein, bevor die erste Fliese geklebt wurde. Die Q4-Spachtelung war notwendig, weil die Lichtlinien flach über die Wände streifen und jede Unebenheit sichtbar machen.
Keiner dieser Punkte ist für sich kompliziert. Zusammengenommen entscheiden sie darüber, ob eine Baustelle läuft – oder wartet.
Leistungen aus diesem Projekt
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